Ohrenschmaus im Schütz-Haus
| Region | Weißenfels |
| Art | Konzert |
| Beginn | 22.02.2026, 16:00 Uhr |
| Ende | 22.02.2026, 17:30 Uhr |
| Preis | 8€, Schüler 5€ |
| Ort |
Heinrich-Schütz-Haus Weißenfels (Nikolaistr. 13, 06667 Weißenfels) – 03443-302835 |
Johann Beers „Botschafter der Hümper und Stümper“ als musiksatirischer Cyborg. Unterhaltsamer, musikalischer Vortrag zum Weißenfelser Konzertmeister, Hofbibliothekar, Komponist, Musikschriftsteller und Satiriker Johann Beer (1655-1700). Mit Musik von Adam Falckenhagen, David Kellner und Wolff Jakob Lauffensteiner. Der Weißenfelser Musikverein „Heinrich Schütz“ e.V. bietet Getränke und kleine Köstlichkeiten an.
Ein organologisches Kompositwesen ist eine künstlerische und symbolische Figur, die menschliche Formen mit Musikinstrumenten kombiniert. Es dient dazu, gesellschaftliche, kulturelle oder politische Themen humorvoll oder kritisch zu hinterfragen. Solche Darstellungen entstanden vor allem im 17. Jahrhundert und vereinen Elemente der Groteske und der Allegorie. Sie fungierten als satirisches Mittel, um Missstände zu kritisieren und kulturelle Selbstreflexion zu fördern. Sie verkörpern somit eine Verbindung aus Musikinstrument, menschlicher Gestalt und gesellschaftlicher Botschaft.
Ein besonders anschauliches Beispiel für einen solchen frühen „Cyborg“ entwarf der Weißenfelser Kapellmeister Johann Beer in seiner Musiksatire Bellum Musicum. Darin findet sich eine Druckgrafik eines „Botschafters der Hümper und Stümper“, dessen Körper vollständig aus verschiedenen Musikinstrumenten zusammengesetzt ist. Diese Figur ist jedoch kein bloßes Spielwerk, sondern eine gezielte intermediale Zuspitzung von Beers Kritik an qualitativ mangelhaften Musikern, den musikalischen Missständen seiner Zeit und den Zuständen am Weißenfelser Hof. Die einzelnen Instrumente folgen dabei ikonografischen Traditionen und verstärken Ironie und Spott in Beers satirischem Werk.